Es war eine kleine Revolution, als sich die obersten Regelhüter R & A und USGA nach über 60 Jahren entschlossen haben, das aufgeblähte Golfregelwerk zu entstauben und es logisch und zeitgemäß zu reformieren. Es wurde von bisher 34 auf 24 Regeln verkürzt, dabei wurde auch zusammengefasst, was vorher doppelt und dreifach vertreten war. Hauptanliegen waren, das Spiel zu beschleunigen und das Regelwerk verständlicher zu machen.

Hier nun die wichtigsten Änderungen:

Suchzeit

Bisher betrug die Suchzeit für einen Ball fünf Minuten. Ab 2019 darf nur noch drei Minuten gesucht werden, bevor der Ball verloren ist.

Ball beim Suchen bewegt

Wenn man beim Suchen den Ball bewegte, erhielt man einen Strafschlag. In den neuen Regeln ist dies straflos. Also kann man auch mit dem Schläger nach dem Ball stochern. Allerdings muss er an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden und falls er z.B. unter Laub lag, dieser Zustand wieder hergestellt werden muss.

Ball identifizieren

Wenn man seinen Ball identifizieren wollte, musste man bisher einen Mitspieler vorher informieren. Neu, es braucht niemand mehr informiert werden, obwohl es zur Vermeidung von Missverständnissen immer noch besser ist. Nicht vergessen, Stelle vorher markieren. Der Ball darf nicht gereinigt werden.

Provisorischer Ball

Bisher durfte ein provisorischer Ball nur gespielt werden, bevor der Spieler nach vorne ging um seinen ursprünglichen Ball zu suchen. Neu ist, dass ein provisorischer Ball auch dann noch gespielt werden darf, wenn man bereits eine Weile nach dem ursprünglichen gesucht hat. Die Frage allerdings ist, ob das bei einer verkürzten Suchzeit von drei Minuten viel Sinn macht.

Eingebetteter Ball

Bisher gab es bei einem eingebetteten Ball nur Erleichterung, wenn dieser auf einer kurzgemähten Fläche eingebohrt war. Neuerdings dürfen alle im Gelände eingebohrten Bälle straflos gedroppt werden, also auch im Semirough oder im Rough. Eingebohrte Bälle in Bunkern oder Penalty Areas (Wasserhindernisse) müssen nach wie vor gespielt werden, wie sie liegen.

Schlägerlänge

Bisher konnte jeder Spieler beim Abmessen einer Schlägerlänge einen x beliebigen Schläger nehmen. Neu ist, dass man den längsten Schläger, ausser dem Putter, den man im Bag hat, dazu verwenden muss.

Droppen

Vorbei die Zeiten, wo man aus Schulterhöhe droppen musste. Neu, es muss aus Kniehöhe gedroppt werden. Falls man mal nach alter Gewohnheit falsch droppt, ist das nicht schlimm. Einfach Drop aus Kniehöhe wiederholen. Aber beachten: Ball darf die Ausrüstung nicht treffen und muss im Erleichterungsbereich zur Ruhe kommen.

Erdgrabende Tiere

Erleichterung gab es nur, wenn Löcher von Erdgänge grabenden Tieren, Reptilien oder Vögel stammten. Neu ist, dass die Einschränkung bezüglich der Tierart wegfällt. Es darf von Löchern sämtlicher Tiere, ausgenommen Insekten und Würmer, straflos weggedroppt werden.

Falsches Grün

Lag der Ball auf einem falschen Grün, durfte man nicht von diesem spielen. Lag der Ball in der Nähe eines Grüns, durfte man zur Ausführung des Schlages sehr wohl auf dem Grün stehen. Neu ist, dass man seinen Stand auch nicht mehr auf dem falschen Grün einnehmen darf.

Ball trifft Spieler oder Ausrüstung

Man erhielt bisher einen Strafschlag, wenn man sich selbst, seinen Caddie oder seine Ausrüstung mit dem Ball traf. Neu ist dies straflos, allerdings muss es sich um ein Versehen handeln. Es ist aber nicht gestattet, die Ausrüstung oder was anderes als Ballstopper hinzustellen.

Doppelschlag

Bisher gab es einen Strafschlag, wenn man mit dem Schläger beim Schlag hängen blieb und den Ball mehr als einmal traf. Neu ist, dass solches Versehen straflos ist. Der Doppelschlag zählt also als ein Schlag.

 

Peter Drasen / Spielführer